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Top of Germany – Die Zugspitze | Nr. 1 der #3Riesen

| 13 Kommentare

Vom 7. bis 11. September 2015 fand ich mich in den Alpen wieder. Ziel?!? Den 1. der sogenannten 3 Riesen (Zugspitze, Hochwanner, Watzmann), über die Route der damaligen Erstbegehung, zu besteigen. Die Rede ist hier von der Zugspitze, dem „Top of Germany“ mit 2962 Meter über Null.

Am 7. September fuhren wir von Berlin nach Grainau bei Garmisch Patenkirchen. Nach knapp 9 Stunden Autofahrt standen wir auf dem Campingplatz und richteten schließlich unser „Basecamp“ für die nächsten 5 Tage ein. Später hieß es den Campingplatz zu erkunden, etwas zu essen und die Rucksäcke für die kommenden 2/3 Tage Bergwelt zusammen zu packen. Nahrung, Bekleidung und Ausrüstung waren dank der guten Planung schnell gepackt. Der Wecker war früh gestellt, sodass wir mit Sonnenuntergang die Reissverschlüsse des Zeltes verschlossen und im Traumland abtauchten.

8.September 2015, 3:59 Uhr – es zirpt und vibriert an meinem Handgelenk. Meine Garmin Uhr weckte mich sanft und ich weckte daraufhin Hagen, meinen „Outdoor-Partner“. Rein in die Abends hingelegte Buchse, gefühlte 5 Liter Kaffee inhalieren, ausreichend Essen, die letzten Wetter-Checks vornehmen, die Packliste im Kopf nochmals durchgehen, Safety First Gedanken einschalten, Zelt zu und auf geht’s…
…Zugspitze wir kommen!!!

Die ersten Sonnenstrahlen zeigten sich gegen 6:20 Uhr:

Der Sonnenaufgang in den Bergen - Einfach traumhaft.

Der Sonnenaufgang in den Bergen – Einfach traumhaft

Kurze Pause zum Sonne tanken.

Kurze Pause zum Sonne tanken.

Unsere Route verlief weitestgehend normal. Weitestgehend deshalb, da wir später feststellten das wir eine Abzweigung zu früh nach rechts abbogen und dadurch nicht wie geplant durch das Reinthal wanderten, sondern parallel dazu. Dies hatte zur Folge das wir permanent hoch und runter liefen und der Forstweg auf dem wir uns befanden uns gleich mal zeigte das dies hier kein Spaß ist. Kurzum, wir legten mehr als 450 Höhenmeter zurück, die wir nicht hätten machen müssen, wenn wir denn unten durch das Reinthal gelaufen wären. Naja, Hinterher ist man immer schlauer 😉

Kurz hinter einer Umschlaghütte fanden wir wieder den richtigen Weg und bogen in die Partnach ab – fortan verlief alles nach Plan.

11:20 Uhr erreichten wir die Bockhütte auf 1052m. Hier nahmen wir etwas Essen zu uns und machten uns weiter auf den Weg Richtung Knorrhütte.

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Die Wege wurden im weiteren Verlauf immer steiniger und „anstrengender“. Man merkte so langsam das man in alpines Gelände aufsteigt:

Das Gelände wurde rauer - es machte die Tour immer spannender

Das Gelände wurde rauer – es machte die Tour immer spannender

Gegen 13:00 Uhr erreichten wir auf ca 1320m Höhe eine Quelle, die uns zwang eine ungeplante Pause einzulegen – Warum? Es war ein unglaublich toller Ort. Natur wie sie im Buche steht. Quellwasser, Berge, das rauschen eines in der nähe befindlichen Wasserfalls und man selbst ist vollkommen Gedankenlos. Überwältigende Momente und schlecht in Worte zu fassen:

Es sah aus wie natürlicher Pool - Auf 1320m, reinstes Quellwasser

Es war unglaublich erfrischend und motivierend

Es war unglaublich erfrischend und motivierend

Nach der Erfrischung und dem Aufsaugen unsagbar vieler Momente ging es im „Laufschritt“ weiter Richtung Knorrhütte, vorbei an der Reinthalangerhütte, rein in die Geröllfelder.

Ein blick zurück...

Ein blick zurück…

Wir verließen vorgefertigte Pfade und haben uns Meter für Meter nach oben geschraubt. Auf dem sogenannten „Felsensteig“ zur Knorrhütte standen wir wieder vor einer kleinen Quelle. Diese nutzten wir nochmals um etwas zu essen und zu trinken. Wir wussten zwar das es nicht mehr weit sein kann bis zur Knorrhütte, allerdings waren die letzten Stunden sehr Kräftezerrend und die Zeit gab es her, nochmals kurz eine Rast einzulegen:

Kurze Rast auf dem Felsensteig.

Kurze Rast auf dem Felsensteig.

Als wir weiter liefen blickten wir nach ca 30 / 40 Minuten über einen kleinen Kamm und sahen unser Etappenziel – Die Knorrhütte auf 2052m:

Etappenziel Tag 1 - Knorrhütte auf 2052m

Etappenziel Tag 1 – Knorrhütte auf 2052m

Wir hatten unser Nachtlager erreicht. Der Ablauf war klar: Einchecken, duschen, essen und Kontakte knüpfen – so ging das bis ca 23:00 Uhr 🙂
Das Lager der Knorrhütte war soweit ok, der Schlaf wie befürchtet miserabel. Hagen und ich hatten das große Los gezogen neben zwei schnarchenden Personen zu liegen. Sie schnarchten die Tonleiter rauf und runter, brav in Dur, Moll und als Highlight im Kanon. Das ging die gesamte Nacht so, da halfen leider auch keine Ohropax… Dies sollte uns trotzdem nicht davon abhalten am nächsten morgen fit und motiviert zu sein um das große Etappenziel, die Zuspitze, zu erreichen.

Eckdaten Tag 1 | Grainau -> Rheintal -> Knorrhütte

Am nächsten Morgen wurden wir für die zu vielen Höhenmeter zum Start der Tour, sowie dem schlechten Schlaf im Lager belohnt – Die Sonnenaufgänge hier sind einfach unglaublich und entschädigen für alles!!!

Sonnenaufgang auf 2052m - absoluter Wahnsinn

Sonnenaufgang auf 2052m – absoluter Wahnsinn

Sonnenaufgang auf der Knorrhütte

Sonnenaufgang auf der Knorrhütte

Nachdem wir unser „Bergbrot“ an der Essensausgabe abholten verließen wir pünktlich 6:45 Uhr die Knorrhütte und machten uns auf den Weg zu unserem Hauptziel, der Zugspitze.

Bye Bye Knorrhütte - auf ein Wiedersehen.

Bye Bye Knorrhütte – auf ein Wiedersehen.

Ab hier ging es steil bergauf. Von der Knorrhütte liefen wir bis zum Sonnkar bzw. Sonnalpin. Ich kann es nicht mehr genau sagen, aber ich denke hier haben wir ca 1 1/2 Stunden gebraucht.

Ein Blick zurück...

Ein Blick zurück…

Auf dem Weg zum Sonnalpin

Auf dem Weg zum Sonnalpin

Am Sonnalpin angekommen haben wir uns das Geröllfeld, welches hoch zur Zugspitze führt, eine Weile angesehen, die weitere Route virtuell abgesteckt und währenddessen unser „Bergbrot“ angefangen zu verspeisen:

DAS Bergbrot by DAV :)

DAS Bergbrot by DAV 🙂

Wir hörten über mehrere Minuten hinweg Geröllabgänge, konnten diese aber nicht bildlich lokalisieren, nur hören. Das veranlasste uns dazu eine Weile zu warten und die Situation zu beobachten. Nachdem unser Bergbrot verputzt war und der frisch gemachte Kaffee auch den Weg in den Magen fand, hörte sich der Hang bzw. das Geröllfeld wieder „sicher“ an und wir entschieden uns weiter zu gehen, hinein in das letzte große Geröllfeld, vorbei am Schneefernerhaus, in die teils versicherten und unversicherten Wege, immer weiter dem Gipfel entgegen.

Das Schneefernerhaus von oben - es verschwindet im Nebel

Das Schneefernerhaus von oben – es verschwindet im Nebel

Selfie auf den ersten versicherten Stücken .

Selfie auf den ersten versicherten Stücken .

Als wir auf dem Grat ankamen hieß es nochmal konzentrieren und sich keinen Fehltritt erlauben, denn dieser Teil ist ungesichert. Schwindelfreiheit und Trittsicherheit werden hier vorausgesetzt.
Es war streckenweise schwer zu gehen, aufgrund von vereisten Stellen die aber noch nicht 100%ig fest waren, sprich das Geröll unter einem noch locker war, da musste man an der Ein oder Anderen Stelle doch sehr aufpassen das man nicht weg rutscht oder irgendetwas los tritt. Der Nebel mit sichtweiten unter 20 Metern machte es einem auch nicht immer leicht, aber letztlich haben wir den Grat ohne Probleme gemeistert und standen pünktlich 13:02 Uhr auf dem Gipfel der Zugspitze – Juhuuuuuuuuu 🙂

Kleine Kraxelei kurz vorm Gipfel

Kleine Kraxelei kurz vorm Gipfel

Gipfelfoto | Zugspitze 2964m - 09.09.2015, 13:02 Uhr

Gipfelfoto | Zugspitze 2964m – 09.09.2015, 13:02 Uhr

Gipfelbucheintrag

Gipfelbucheintrag

Nachdem wir auf dem Gipfel waren haben wir uns noch einen Snack und einen Cappuccino auf dem Besucherplateau gegönnt. Der Nebel verschwand und die Sonne lächelte uns entgegen. Besser hätte der Abschluss auf der Zugspitze nicht sein können.

Nach knapp 2 Stunden fuhren wir vollgefuttert mit der Gondel zum Sonnalpin zurück und von dort aus weiter mit der Zahnradbahn bis nach Hammersbach. Die letzten 6 Kilometer liefen wir gemütlich zu unserem Campingplatz und ließen den Tag ruhig und voller toller Momente im Kopf ausklingen.

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Prädikat, sehr empfehlenswerte Tour!!!

Eckdaten Tag 2 | Knorrhütte – > Sonnalpin -> Zugspitze

Impressionen als Diashow

Weitere Touren die wir während der 5 Tage Aufenthalt machten, werde ich in gesonderten Blog-Beiträgen beschreiben, sonst sprengt das die Länge dieses Beitrags…

Aber eines vorweg. Das Höllental hat seinen Namen verdient 😉

Stay tuned

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Top of Germany - Die Zugspitze | Nr. 1 der #3Riesen, 5.0 out of 5 based on 14 ratings

Autor: Paul Schmuck

Mein Name ist Paul. Ich bin Betreiber dieses Blogs, Leidenschaftlicher Mountain Bike 4Xer, Webentwickler und begeistert von "Mutter" Natur... Besucht auch mein Profil auf Google+ oder Twitter. Bleibe Up-To-Date in dem du meinen Newsletter abbonierst. Dies kannst du hier tun.

13 Kommentare

  1. ick vermisse einen elementaren bestandteil dieses beitrags. 😉

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  2. Hallo Paul, ich war ehrlich überrascht von deinem ausführlichen und anschaulich geschilderten Beitrag .Dass auch ich in den Genuss dieser Bild- und Textinformation kommen konnte, freut mich alte Frau besonders. Vielleicht nehmt ihr ja im nächsten Jahr den““ Watzmann“ in Angriff. Die Bergwelt dort ist noch reizvoller. Und es gibt zum Gipfel keinen Lift. Euch beiden Glücklichen, die noch viele Gipfel „erstürmen“ können gute Wünsche von Thea Erd.

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    • Hallo Thea,
      danke für Deinen Kommentar.

      Den Watzmann werden wir definitiv kommendes Jahr in Angriff nehmen. Den Hochwanner vielleicht noch dieses Jahr im Winter und daraus dann eine geballte Schneeschuhtour machen.

      Die weiteren Touren aus unserer „Reise“ werde ich die kommenden Tage nach und nach online stellen, somit auf bald 🙂

      Gruß, Paul

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  3. Ein toller und sehr anschaulicher Bericht. Und die Fotos – super.
    Obwohl ich schon so viel wußte von Eurem Aufstieg, habe ich beim Lesen vor Aufregung die Luft angehalten 😉

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    • Hihi.. Habe den Bericht mittlerweile gefühlte 100 mal gelesen und permanent überlegt welche Fotos man noch integrieren kann.

      Morgen werde ich noch ein Video zusammenstellen, aus den gemachten Schnipseln. Mal sehen was dabei noch heraus kommt an Aufregung und Spannung, Hehe.

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    • danke für das kompliment bezüglich der fotos. 🙂

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      • Hast du aber wirklich gut gemacht 🙂
        Da sind streckenweise sehr tolle Bilder dabei die potential haben in Übergroß ausgedruckt bzw geplottet zu werden.

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  6. Hallo Paul, Hallo Hagen 🙂

    Sehr schöner Bericht! Die Bilder kommen richtig gut und der Text ist auch schön geschrieben. Mir gefällt dass der Artikel nicht so „überladen“ ist: Nicht zu lang, nicht zu viele Bilder… Da bekommt man Bock auf mehr 🙂

    Super finde ich auch die Einbindung der Garmin-Daten. Sind die von der Garmin-Uhr?

    Gruß Aaron

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    • Hallo Aaron,
      vielen lieben Dank für die Komplimente. Freut mich wirklich sehr das Dir der Artikel gefällt.

      Ja, die Daten kommen direkt von der Uhr. Sie wurden bei Garmin Connect hochgeladen, und dann hat man die Möglichkeit via „Embed-Code“ die Daten in Websites, Blogs etc einzubinden.

      Gruß, Paul

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